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5. Kapitel / Absatz 2

DIE GESCHICHTE DER MATERIE
Die Entwicklung der Planeten
vor ca. 5 Milliarden Jahren


Der Mond

Üd.:05.2003
Die aktuellste und wohl heute von den meisten Wissenschaftlern anerkannte Version ist, dass ein riesiger Asteroid namens "Theia", von der Größe des Mars (entspricht etwa ein Zehntel der Erdmasse), vor circa 4,5 Milliarden Jahren unsere Erde rammte, sogenannter "Giant Impact". Lavafontänen schossen über 100.000 Kilometer hoch ins All. Eine gewaltige Dampf- Staub- und Gesteinswolke vereinte sich zu einem umspannenden Ring. Durch Materienverklumpung (s. Scheibentheorie) und Verschmelzung der Materie-Brocken durch Meteoriteneinschläge, vergrößerte sich seine Masse zu dem heutigen Erdtrabant Mond. In Bodenproben des Mondes fanden Forscher die gleiche Zusammensetzung von Isotopen-Variationen des Sauerstoffsatoms mit unterschiedlicher Neutronenzahl wie auf der Erde. Ein klarer Hinweis darauf, dass beide Himmelskörper eine gemeinsame Herkunft haben.  Der für unseren Planeten fast tödliche Einschlag war für die spätere Evolution der Erde und die Entstehung des Lebens eine wichtige Voraussetzung. 
Sicher ist, dass unsere Erde, wie viele andere Planeten, von einem Mond begleitet wird. Die Gravitation des Mondes verursachte auch die Schieflage der Erdachse und beschleunigte zusätzlich die Erdrotation, was zu dem relativen raschen Wechsel von Tag und Nacht führte (auf der Venus zum Beispiel: dauert ein Tag 243 Erdtage.) Weil der Himmelskörper zugleich das Festland zweimal täglich um 26 Zentimeter anhebt, sei er, so vermuten einige Forscher, auch an der Entstehung von Erdbeben nicht ganz unschuldig. Doch das sind nur Kleinigkeiten: Ohne Anwesenheit des Mondes, so haben Astrophysiker herausgefunden, würde das Wetter auf der Erde verrückt spielen, es käme unablässig zu dramatischen Temperaturschwankungen, so dass höhere Lebensformen wohl nicht entstehen könnten. Diese Erkenntnis verdanken die französischen Forscher, Jacques Laskar und Philippe Robutel den umfangreichen Computersimulationen. Nach ihren Berechnungen schwanken die Rotationsachsen der Sonnenplaneten im Laufe von Jahrmillionen auf geradezu chaotischer Weise. Der Neigungswinkel der Marsachse beispielsweise schlingerte in den vergangenen 45 Millionen Jahren ständig zwischen 0 und 60 Grad hin und her. Die Venusachse kippe im Laufe von Millionen  Jahren völlig um. Nur die Erdkugel glitt immer schon vergleichsweise ruhig durchs All. Ermöglicht wird dies, so die Forscher, durch die Anziehungskraft des Mondes. Sie wirkt wie eine Fessel und verhindert, dass die um 23,3 Grad gekippte Erdachse um nicht mehr als 1,3 Grad hin- und herschwankt. Doch auch diese Schwankungen reichen aus, um auf der Erdoberfläche, für klirrende Eiszeiten und brütende Warmperioden zu sorgen. Da sich der Mond zusehends um drei Zentimeter pro Jahr entfernt, wird sein Einfluss auf unser Klima in den nächsten Jahrmilliarden schwinden.

Eine weitere These besagt, dass der Mond sich mit der Erde zusammen entwickelt hat. Materienverklumpung und Meteoriteneinschläge haben ihn zu einen Trabanten der Erde entstehen lassen. Doch dann müsste die elementare Zusammensetzung aus den gleichen Elementen die der Erde bestehen. Der Mond besitzt aber kein Eisen, welches auf der Erde reichlich vorkommt, so dass eigentlich der Entstehungsort und die Entwicklungszeit nicht mit der Erde identisch sein kann. 
Eine 3.These  ist, dass der Mond aus der Tiefe der Galaxie kommt und von der Anziehungskraft der Erde eingefangen wurde. Dies ist aber nach wissenschaftlichen Berechnungen nur dann möglich, wenn ein dritter Planet mit seiner Masse und Anziehungskraft daran beteiligt war, was nach wissenschaftlichen Kenntnissen nicht nachweisbar ist

Bildquelle: Nachrichtenmagazin "FOCUS";17/2001 Titel: "Kinderstube der Erde"

 


Fortsetzung: 5. Zyklus

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