11.2000

Sternschnuppenregen: 

Die Leoniden kommen

Mitte November können wir jährlich, so weit der Himmel über ihr klar ist, wieder den Sternschnuppenregen der Leoniden genießen, die hell aufleuchtend über den Himmel schießen. Nach altem Volksglauben gehen Wünsche in Erfüllung, an die man beim Anblick einer Sternschnuppe denkt. Das Maximum dürfte in dieser Woche in der Nacht von Freitag auf Samstag erreicht werden.

Wer sich zum Beobachten einen dunklen Platz aussucht, kann bei klarem Himmel mit über 30 Sternschnuppen pro Stunde rechnen und hat "also genug Gelegenheit, um alle Wünsche des Jahres loszuwerden", Sternschnuppen, auch Meteore genannt, gibt es immer. Stoßweise treten sie auf, wenn die Erde auf ihrer Kreisbahn um die Sonne die aus Staub und Gesteinsteilchen bestehende Hinterlassenschaft von Kometen durchquert.

Die Teilchen schießen mit Geschwindigkeiten um 250.000 Kilometer pro Stunde in die oberen Schichten der Atmosphäre und werden blitzartig abgebremst, dabei wird nach Angaben der Sternwarte so viel Energie frei wie beim Aufprall eines mit 250 Stundenkilometern fahrenden Autos auf eine Wand. Der Vorgang führt zu dem Aufleuchten in rund 100 Kilometer Höhe. In Sonnennähe verlieren Kometen besonders viel Material.

Jener Teilchenstrom, der immer Mitte November die Leoniden hervorbringt, wird auf den Kometen Tempel-Tuttle zurückgeführt. Dieser kommt alle 33 Jahre wieder und erreichte letztmals 1998 seinen sonnennächsten Punkt, weshalb die Leoniden-Auftritte 1998 und 1999 besonders kräftig ausfielen. Die um ihre Achse rotierende Erde stürmt mit rund 30 Kilometer pro Sekunde auf ihrer Kreisbahn voran, mithin kollidiert ihre jeweilige "Vorderseite" mit den meisten Partikeln. Deshalb sind in der Regel gegen Morgen mehr Sternschnuppen zu sehen als am Abend.

Wer bei Schneefall Auto fährt, hat den Eindruck, dass die Flocken von einem bestimmten Ursprungsort her kämen. Diesen Eindruck vermitteln auch die Sternschnuppen. Mitte November scheinen sie aus dem Sternbild Löwe (lateinisch: leo) zu kommen, daher der Name Leoniden. Zu den anderen bekannten Meteorströmen, die das Jahr über auftreten, gehören die Perseiden (Ende Juli bis Mitte August), die Lyriden (um den 20. April), und die vom berühmten Halleyschen Kometen verursachten Orioniden (zweite Oktoberhälfte).


Wilfried Louis                                        2000     2002

zurück                                                                                                                      Kontakt